"Der Hund ist der beste Freund des Menschen." Warum empfinden das Millionen von HundehalterInnen so?

Über 10 Millionen Hunde leben in Deutschland. Die Zahl der Hunde, die eine praktische Aufgabe haben, zum Beispiel als Hütehund, Wachhund, Zollspürnase oder Therapiehund dürfte statistisch kaum erfassbar sein. Die meisten Fellnasen werden nach Hause geholt, weil ihre Menschen die Nähe der Tiere glücklicher und zufriedener macht. Wer Angst vor Hunden hat, ihr Bellen als aggressiv empfindet, ihre Schnelligkeit und ihre Fähigkeit zu beissen zutiefst fürchtet, hat vermutlich diese besondere Nähe zwischen Mensch und Tier nicht nur nie kennengelernt. Diese freiwillige Nähe muss einem Menschen mit Hundephobie völlig absurd erscheinen. Die Angst vor dem Unbekannten hat die Oberhand. In der Therapie gegen Panik vor Hunden kann dieses Wissensdefizit zwar abgebaut werden und sie erleben wie sie vertrauensvoll und ohne Angst mit Hunden umgehen. Aber den besonderen Alltag mit einem Hund erleben sie nur in Streiflichtern. Ich erzähle Ihnen ein bißchen davon: Wenn Sie in der Frühe schlaftrunken in die Küche gehen, kommt Ihnen ein gutgelauntes Wesen entgegen, begrüsst sie freudig, schmiegt sich an sie und schaut sie verliebt an. Jeden Morgen geht das so. Und wenn sie von der Abeit kommen ebenso. Wenn Sie sich mit ihrem Morgencafe setzen, legt ihr Hund seinen Kopf in ihren Schoß und ist zufrieden. Einfach nur weil sie da sind. Den Tag über passt sich ihr Hund ihrem Rythmus an und findet sie selbst dann noch toll, wenn sie zu wenig Zeit mit ihm verbringen. Abends auf dem Sofa schliesst sich der Kreis.

Hunde sind die Weltmeister des Vertrauens

Diese besondere Bindung erleben schon diejenigen, die einen Welpen oder auch einen Tierschutzhund übernehmen. Der Welpe weint keine Minute seiner Mutter hinterher sondern kuschelt sich an seine neuen Menschen und schläft zufrieden ein. Auch ältere Hunde und selbst Hunde, die schlechte Erfahrungen mit Zweibeinern gemacht haben, schenken schnell Vertrauen, obwohl sie ausgeprägte Instinkte haben. Warum das so ist? Zum einen weil Hunde über unzählige Genaerationen gelernt und erfahren haben, wie gut man im Gespann mit Menschen leben kann. Zum zweiten, weil sie in der Lage sind Menschen als Rudelmitglied zu sehen und sehr gern als diese zu akzeptieren. Zum Dritten weil sie (mit ein wenig Lebenserfahrung) uns lesen können. Sie lesen unsere Mimik, unsere Körpersprache, spüren unsere Emotionalität, positiv wie negativund sind in der Lage menschliches Vertrauen von menschlichen Mißtrauen zu unterscheiden. Lediglich Hunde, die völlig isoliert aufgewachsen sind oder von Zweibeinern mißhandelt wurden können das nur eingeschränkt und brauchen dann oft länger um Vertrauen zu uns aufzubauen. Hunde sind keine Wildtiere mehr aber auch keine Kuschelteddys. Sie sind irgendwo dazwischen und geben uns das Gefühl doch noch nicht ganz der Natur entfremdet zu sein, der gezähmte Wolf mit Hang zum Flirt und Teamplayer mit uns Zweibeinern.